Konfliktlösung: Wenn die Fetzen fliegen, keine Angst vor Konflikten

Streitkultur und Konfliktlösung in der Beziehung: Was sich liebt, das neckt sich nicht nur, sondern streitet sich auch schon einmal ganz schön heftig. Und gerade weil man sich liebt und sich so nahe steht, kann so ein Streit ganz schön weh tun und sehr belastend sein. Andererseits ist eine Beziehung ohne Streit nicht sehr förderlich und oft wie erstarrt – Menschen reiben sich nun einmal aneinander, wenn sie lebendig sind und sich weiter entwickeln. Konflikte sind also unvermeidbar.

Paare, die sich immer nur einig sind, kehren aus lauter Angst vor einem Streit wahrscheinlich so viel unter den Teppich, dass dieser schon beachtliche Beulen wirft. Um erfolgreiche Strategien zur Konfliktlösung zu entwickeln, sollten Sie sich aber zunächst über ihren eigenen Kommunikations- und Streitstil bewußt werden.

Überprüfen Sie doch einmal anhand der (nicht ganz ernst gemeinten) Anleitung zum Verschärfen von Konflikten, welchen Streitstil Sie pflegen und ob Sie (wie fast alle Menschen – wer hat schon richtiges Streiten gelernt) auch die beliebtesten Fehler machen.

Anleitung zur Erzeugung und / oder Verschärfung von Konflikten:

1. Gehen Sie davon aus, dass Probleme, die auftauchen, nichts mit Ihnen zu tun haben!
Genau! Wo kämen Sie denn hin, wenn Sie davon ausgingen, dass Sie etwas zu einem Problem beigetragen haben – da könnten Sie ja gleich das Handtuch werfen und demütig aufgeben.

2. Betrachten Sie sich selbst als fähig und effizient und den anderen als unfähig und ineffizient!
Da es natürlich immer genau so ist, wird Ihnen diese Haltung nicht sehr schwer fallen. Weichen Sie keine Sekunde davon ab und lassen Sie den anderen diese Einschätzung auch bitte deutlich spüren, damit er seine Unterlegenheit schnell erkennt.

3. Präsentieren Sie Probleme und Lösungen so, als ob es sich um eindeutig klare Sachverhalte handeln würde. Vermeiden Sie jeden Anschein von Nachdenklichkeit!
Schließlich haben ja Sie die Weisheit gepachtet und wissen am allerbesten, worum es eigentlich geht und welche Lösung dafür optimal ist – Ihre natürlich. Das Nachdenken über eine andere Sichtweise demonstriert doch nur eine fatale Schwäche.

4. Vermischen Sie in Ihrer Argumentation Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Das ist perfekt! Sie mit Ihrem Elefantengedächtnis können dann auch noch den uralten Streitpunkt aus der Sandkastenzeit wieder ausgraben und Ihrem Partner all die Dinge unter die Nase reiben, die er schon falsch gemacht hat, gerade falsch macht und in der Zukunft falsch machen wird. Dem ist er mit Sicherheit nicht gewachsen.

5. Auf neue Ideen seinerseits reagieren Sie am besten mit dem Verweis, das hätte in der Vergangenheit ja schließlich auch nicht funktioniert und würde ohnehin bei niemandem funktionieren!
Eine exzellente Strategie! Damit machen Sie Ihrem Partner klar, dass sich in Ihren Augen absolut nichts geändert hat und seine Idee erwartungsgemäß ein echter Rohrkrepierer ist.

6. Wenn Ideen und Vorschläge kommen, fragen Sie nicht nach deren Absichten, sondern nehmen Sie einfach das Schlimmste an!
Selbstverständlich müssen Sie schon aus Gründen des Selbstschutzes annehmen, dass Ihr Partner mit seinen Vorschlägen nur eine perfide Strategie verfolgt, Sie aufs Glatteis zu führen und Ihnen den Sieg streitig zu machen. Und wenn er Ihnen nicht übel will, warum hat er dann bitteschön noch nicht Ihren Forderungen zugestimmt? Na bitte!

7. Vermeiden Sie um jeden Preis, Anerkennung und Wertschätzung für die Leistung des anderen auszudrücken!
Das wird Ihnen nicht schwer fallen, denn welche Leistungen sollte der Trottel schon erbracht haben? Offensichtlich keine, sonst müssten Sie jetzt nicht mit ihm herum streiten.

8. Gehen Sie davon aus, dass Sie den anderen verändern können, wenn Sie nur lange genug dranbleiben!
Selbst einen harten Brocken werden Sie mit Ihrer Energie und Beharrlichkeit schon hinbiegen, das wäre doch gelacht! Ein Mann ist immer nur Rohmaterial, das von der geschickten Hand einer Frau zum Ideal geformt werden muss, ob er nun will oder nicht. Meistens will er nicht, aber das sollte Sie nun auf keinen Fall abhalten.

9. Bestehen Sie bis zuletzt auf Ihrem Standpunkt. Jede Flexibilität wäre tödlich und wird Ihnen mit Sicherheit als Charakterschwäche ausgelegt!
Und das sind Sie ja schließlich nicht – von charakterschwach kann bei Ihnen keine Rede sein. Und Sie sind stolz darauf, dass wenigstens Sie genau wissen, was Sie wollen.

Vielleicht haben Sie sich in dem einen oder anderen Punkt wieder erkannt….

Konstruktives Streiten lässt sich aber durchaus lernen, auch wenn es leider immer noch kein Pflichtfach in der Schule ist. Diese Tipps könnten Ihnen helfen, Konfliktlösungsstrategien zu entwickeln, mit denen beide Parteien gewinnen und keiner auf der Strecke bleibt: Es geht auch anders, streiten Sie konstruktiv >>

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