Ängste überwinden: So werden Sie mutiger

Wie viele mutige Frauen – erfundene oder echte – fallen Ihnen spontan ein? Und wie viele mutige Männer?

Üblicherweise ist die Liste der Damen eher ziemlich kurz. Frauen scheinen risikoscheuer zu sein als Männer und lassen sich dadurch im beruflichen wie im privaten Bereich etliche tolle Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten entgehen.

In der Tat werden Männer meist als mutiger wahrgenommen als Frauen. Aber – warum ist das so? Werden Frauen als Angsthasen geboren, fehlt ihnen ein Mut-Gen? Oder woran liegt es sonst, dass Frauen weniger Risiken wagen als Männer?

Nun, ein Mut-Gen scheint es so nicht zu geben. Natürlich ist eine gewisse angeborene Disposition zu Risikofreude, aber das endgültige Ausmaß hat immer noch sehr viel mit Erziehung, Prägung und individuellem Erleben zu tun. Und dabei unterscheiden sich die Männer immer noch von den Frauen. Jungen werden eher zu abenteuerlichen Spielen ermutigt, für ihren Mut gelobt und für Feigheit verspottet, sie haben viele männliche Vorbilder für mutiges Verhalten. Von den Mädchen wird erwartet, dass sie sichere, harmonische Spiele spielen, bei Gefahr Schutz suchen und wegrennen, bestimmte Situationen eher meiden, als sich ihnen zu stellen.

Nun bietet aber diese größere Risikoscheu natürlich Schutz und Sicherheit in vielen Bereichen. Und diesen Schutz und die Sicherheit sollen die Frauen auch gar nicht völlig aufgeben – sie sollten nur lernen, mit Risiken etwas bewusster und mutiger umzugehen. Man darf nicht vergessen, dass eine übertriebene Risikoscheu sehr negative Auswirkungen hat: nicht nur verpassen Sie viele interessante Chancen und Gelegenheiten, Sie berauben sich auch der Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln, neue, spannende Dinge zu erleben und zu lernen und Ihren Horizont zu erweitern. Langfristig ist das sehr zerstörerisch für das eigene Selbstvertrauen und die Lebenszufriedenheit. Nichts ist schlimmer, als immer denken zu müssen „Ach, hätte ich doch….!“

Aber wo genau liegen denn nun die Ursachen, die Frauen von einem mutigeren Leben abhalten? Wo sollten Sie ansetzen, wenn Sie ab jetzt mit mehr Risikofreude agieren möchten?

Mutiger werden: Erst die Ängste verstehen!

Es gibt vier Bereiche, in denen die Frauen ihre Mutbremsen noch stramm angezogen haben: Im emotionalen Bereich geht es um einen konstruktiveren Umgang mit dem energieraubenden Gefühl der Angst, sicher eine der stärksten Bremsen. Der Kopf, der mentale Bereich, steuert einiges an Denkfehlern und unglückseligen mentalen Strategien bei. Aber auch fehlendes Knowhow beim Umgang mit Wahrscheinlichkeiten und Risiken trägt dazu bei, zu risikoscheu zu agieren.

Und nicht zuletzt gibt es leider auch etliche Angsthäschen im Umfeld, die Frauen von mutigem Verhalten abhalten wollen: Übermäßig ängstliche Eltern, der fürsorgliche Partner, der uns alles abnehmen will, die besorgte Freundin oder Kollegin, die uns schützen will. Und leider auch die Neider, die es uns nicht gönnen, mutig zu handeln, wo sie selbst doch zu feige dazu sind.

Gehen Sie die stärkste Mutbremse an: die Angst. Denn Angst ist tatsächlich ein äußerst unangenehmes Gefühl, das uns unserer Denkfähigkeit beraubt, uns lähmt und handlungsunfähig macht oder aber uns zu übereilten Panikentschlüssen und Aktionen treibt, die die Situation nur noch verschlimmern.

Allerdings ist Angst absolut maßgeschneidert und selbst erzeugt, da sie in unserem Kopf entsteht. Sie kommt ja nicht wie ein Bazillus durch die Luft geflogen, sondern ist hausgemacht und durch destruktive Gedanken selbst erzeugt. Und genau da können Sie ansetzen, um sie zu bändigen. Wer seine Ängste versteht, kann sie auch überwinden. Aber bitte bedenken Sie, dass sich diese Strategie nur für normale Alltagsängste eignet. Wenn Sie unter schweren Angst- oder Panikattacken leiden, sollten Sie besser professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Alltagsängste überwinden

  • Beginnen Sie damit, dass Sie innerlich (und möglichst auch äußerlich) Stopp! sagen, sobald Sie wieder anfangen, sich mit irgendwelchen Horrorvorstellungen in Angst und Schrecken zu versetzen. Wenn Sie diese negativen Gedanken erst einmal stoppen, dämpfen Sie auch das dadurch erzeugte zerstörerische Gefühl sowie die weiteren lähmenden körperlichen und geistigen Symptome. Bleiben Sie dabei hartnäckig und sagen Sie zur Not zehn Mal oder öfter Stopp! – so eine neue Gewohnheit will erst einmal gut geübt werden, ehe sie automatisch und zuverlässig funktioniert.
  • Schalten Sie Ihren Kopf wieder ein: konkretisieren Sie Ihre Ängste. Ja, genau, anstatt sie zu verdrängen und sie als diffusen, bedrohlichen Nebel in Ihnen herum wabern zu lassen, schauen Sie bitte genau hin und malen Sie sich ganz detailliert aus, was konkret Sie eigentlich befürchten. Das hat zwei positive Effekte: zum einen zügeln Sie so Ihre unheilvolle Phantasie, die Ihre Angst nur vergrößert und Ihnen die absoluten (meist unwahrscheinlichen) Katastrophenszenarien vorgaukelt, zum anderen werden Sie oft feststellen, dass die Folgen, vor denen Sie sich fürchteten, so schlimm gar nicht sind.
  • Betrachten Sie die Situation und ihre Folgen realistisch: Wie wahrscheinlich ist es denn, dass die schlimmste Variante auch wirklich eintritt? Befragen Sie gerne auch andere Personen, wie sie die Lage einschätzen, um ein ausgewogeneres Bild zu bekommen.
  • Sollten negative Folgen in der Tat zu befürchten sein, zerbrechen Sie sich lieber den Kopf, wie Sie sie vermeiden beziehungsweise mildern können, statt angstgeschüttelt und jammernd auf Ihrem bequemen Sofa zu liegen – die Energie, die Sie dafür brauchen, ist sinnvoller eingesetzt, wenn Sie sich über Vorsichtsmaßnahmen und Absicherungen Gedanken machen.

Und wenn die Angst erst einmal besiegt ist, können Sie Schritt für Schritt immer wieder einmal ein kleines Risiko eingehen, bis Sie bereit sind, auch ein größeres zu wagen. Sie werden sehen, dass das Leben so viel spannender und bereichernder werden kann!

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