Sich durchsetzen: Wehren Sie sich gegen Killerphrasen! (Teil2)

Nachdem im ersten Teil die häufigsten Manipulationsmethoden und Killerphrasen vorgestellt wurden, folgen hier weitere Killerphrasen, die sie sofort erkennen sollten, um sich erfolgreich gegen Chef, Kollegen und andere Mitmenschen durchzusetzen.

Killerphrasen und wie Sie sie abwehren:

1. Der Angreifer lehnt pauschal Ihren Vorschlag oder Ihre Argumentation ab.
Süffisant erklärt er, das sei ja alles gut und schön, was Sie da so sagen, aber leider habe es ihn in keiner Weise überzeugen können. Punkt. Er gibt Ihnen schlauerweise keine Begründung für seine Ablehnung, so dass Sie nicht nachhaken können, sondern sich einfach als durchgefallen betrachten sollen.
So wehren Sie sich:
Nun, wenn er Ihnen von sich aus keine Begründung geben will, sondern hofft, dass er damit durchkommt, so hat er sich getäuscht. Sie fragen nämlich durchaus selbstbewusst nach, was genau ihn denn nicht überzeugt habe – gerne würden Sie ihm diese Punkte dann noch einmal erläutern. Und Sie können ihn auch noch darum bitten, Sie zu erleuchten, indem er Ihnen erklärt, was für eine Art Argumentation oder Vorschlag er denn überzeugend fände. Farbe bekennen muss er jetzt so oder so.

2. Der Angreifer verallgemeinert Ihren Vorschlag und stellt ihn damit als undurchführbar dar.
Sie plädierten dafür, dass einige Mitarbeiter der Marketingabteilung ab und an im Homeoffice arbeiten sollten, er schmettert den Vorschlag mit der Bemerkung ab, wenn die ganze Firma dauernd im Homeoffice arbeiten würde, könne man den Betrieb gleich ganz dicht machen. Was vermutlich sogar stimmen würde…
So wehren Sie sich:
Fassen Sie die Bemerkung als Scherz auf, lächeln Sie mild und erinnern Sie ihn höflich daran, dass sich Ihr Vorschlag nur auf die Marketingabteilung bezog und somit der von ihm angesprochene hypothetische Fall wohl nie eintreten werde. Sie würden jetzt sehr gerne wieder Ihren konkreten Vorschlag und keine hypothetischen Horrorszenarien diskutieren, die ohnehin keiner plane.

3. Der Angreifer benutzt Fachjargon als Waffe.
Er spickt seine Gegenargumente mit so vielen Fachworten, Fremdworten und kryptischen Abkürzungen wie möglich, um Ihnen aufzuzeigen, dass Sie ja wohl keine Ahnung haben, er aber sehr wohl. Vielleicht weist er auch noch dezent auf seinen akademischen Grad hin, der dem Ihren unter Umständen überlegen ist.
So wehren Sie sich:
Lauschen Sie ihm aufmerksam, weisen Sie ihn dann darauf hin, dass Sie ein schlichtes Gemüt sind, das seine Muttersprache liebt, und bitten Sie ihn, sein Argument noch einmal auf Deutsch zu wiederholen. Haken Sie jedes Mal nach, wenn er wieder mit seinem akademischen Wortgeklingel anfängt.

4. Der Angreifer unterstellt Ihnen eine böse Absicht.
Er erklärt, Sie würden diesen Vorschlag nur machen, um sich zu profilieren / weiter zu kommen / sich einzuschmeicheln / finanziell davon zu profitieren, was auch immer ihm so durch den Kopf schießt. Damit will er die Glaubwürdigkeit Ihrer Argumentation diskreditieren.
So wehren Sie sich:
Gestehen Sie es ruhig ein, wenn Ihr Vorschlag in der Tat für Sie positive Auswirkungen hätte. Und dann bitten Sie ihn darum, wie er darauf käme, dass diese Ihre professionelle Objektivität negativ beeinflussen würden – oder wolle er andeuten, dass er Sie nicht für professionell hielte? Nun, wenn er das wagt, dann sitzt er in der Falle und muss beweisen, inwiefern Sie unprofessionell sind; und das kann er natürlich nicht.

Der wichtigste Grundsatz ist es übrigens, dass Sie sich weigern, sich ins Bockshorn jagen zu lassen. Wer zu solchen Mitteln greift, hat keine besseren Argumente und muss daher auf unfaire Manipulationen ausweichen. Diese wirkt aber nur, wenn Sie auch darauf eingehen. Deshalb ist es auch immer eine gute Idee, den Angriff schlicht und einfach zu ignorieren, wenn Ihnen die spezifische Abwehr gerade nicht einfallen sollte. Tun Sie einfach so, als hätten Sie nichts gehört – zu einem zweiten Versuch raffen sich etliche Angreifer dann gar nicht mehr auf.

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