Wie Sie sich als Frau gegen Manipulationen wehren – Teil 2

Im ersten Teil der Artikelreihe über Abwehrmöglichkeiten gegen manipulative Methoden, bin ich auf den Manipulationsansatz Aussehen eingegangen. Doch neben dem großen Bereich des Aussehens, mit dem fast jede Frau in irgendeiner Art und Weise hadert und sich dadurch für Manipulationen anfällig macht, gibt es ein weiteres Feld, in dem geschickte Manipulatoren sehr erfolgreich sein können.

Manipulationsansatz Erwartungen

Wir alle füllen im Leben unterschiedliche Rollen aus: Wir sind Tochter, vielleicht selbst Mutter, und Partnerin, beste Freundin und Kollegin. In jeder dieser Rollen werden Erwartungen an uns gestellt, denen wir mehr oder weniger entsprechen wollen. Diese Bereitschaft, den Erwartungen anderer an uns zu genügen, öffnet leider Manipulationsversuchen Tür und Tor.

Ihre Mutter macht Ihnen klar, was sie unter den Pflichten einer guten Tochter versteht, und schon dackeln Sie brav jeden Sonntag zum Kaffee zu ihr. Die Werbung und die einschlägige Fachliteratur haben Sie gelehrt, wie sich eine perfekte Mutter zu verhalten hat, und schon sitzen Sie in der Manipulationsfalle und stressen sich, um diesen Standards zu genügen.

Auch Ihre sogenannte beste Freundin kann Sie mühelos manipulieren, wenn sie nur überzeugend genug postuliert, dass eine beste Freundin auf jeden Fall der anderen ihr Auto für den Urlaub leihen würde, keine Frage. Und der Partner macht Ihnen klar, dass er Sie gerne am Herd sieht und es nicht sehr schätzt, wenn Sie abends mit Ihren Freundinnen ausgehen. Er muss dann nur noch ein wenig auf dem emotionalen Klavier spielen, und schon belegen Sie seufzend einen Kochkurs.

Nicht immer trifft natürlich alles zu, und sehr oft sind sich die betroffenen Menschen ihrer Manipulationsversuche gar nicht richtig bewusst. Sie müssen also jetzt nicht Ihre Mutter als Intrigantin und Ihre beste Freundin als perfide Schlange brandmarken – es reicht, wenn Sie sich einfach dagegen schützen.

Schutzmaßnahmen gegen Manipulationen im Bereich Rollenerwartungen

• Hinterfragen Sie kritisch, ob diese Rollenerwartungen realistisch und angemessen sind. Nicht jede Tochter ist der Meinung, dass man jeden Sonntag zur Mama zum Kaffeetrinken fahren müsste, und es ist auch Ihr gutes Recht, solche Erwartungen zu überprüfen. Wenn Sie die an Sie gestellten Erwartungen nicht für realistisch halten, bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie dies kommunizieren oder ob Sie einfach ohne Angabe von Gründen das nächste Mal nicht auf die Manipulation herein fallen und nur müde abwinken.

• Fragen Sie sich, was Sie denn eigentlich wollen. Selbst wenn Sie manche Erwartungen als realistisch und angemessen eingestuft haben, heißt das jedoch immer noch nicht, dass Sie ihnen immer und auf jeden Fall entsprechen müssen. Denken Sie deshalb darüber nach, was Sie unabhängig von irgendwelchen Erwartungen wirklich selber wollen. Es ist Ihr Leben, welches besser nicht in zu großem Umfang von anderen bestimmt werden sollte. Deshalb orientieren Sie sich besser daran, was Sie wollen und nicht nur daran, was die anderen von Ihnen erwarten. Ein akzeptabler und umsetzbarer Kompromiss findet sich dann immer.

Demnächst erfahren Sie in Teil 3, was Sie tun können, um sich gerade als Frau gegen Manipulationen zu schützen, die einen besonders empfindlichen Punkt anvisieren: das schlechte Gewissen.

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